Das Finanzierungskonzept von Nachfolgeregelungen sollte neben dem zu zahlenden Preis auch den laufenden Kapitalbedarf des Unternehmens und den Kapitalbedarf für notwendige Ersatz- und Neuinvestitionen abdecken.


So sind oftmals für den Austausch veralteter Maschinen Ersatzinvestitionen und für den Aufbau neuer Geschäftsfelder Erweiterungsinvestitionen zu finanzieren. Gleichzeitig entsteht durch die Erweiterung ein zusätzlicher Betriebsmittelbedarf.

Bei familieninternen Unternehmensnach-folgern kann ein Finanzierungsbedarf auftreten, wenn die Altersversorgung des Unternehmers und/oder seiner Angehörigen nicht durch sonstiges Vermögen sichergestellt ist. Dann sollte gewährleistet sein, dass diese durch wiederkehrende Zahlungen versorgt sind.

Kaptialbedarf und Finanzierungslösungen
Familienunternehmen sollten diese Herausforderung auch als Chance ver-stehen, im Rahmen der Nachfolgefinanz-ierung die gesamte, oft „historisch“ ge-wachsene Finanzierungsstruktur des Unternehmens kritisch zu beleuchten und an die Strategie, wie auch die zukünftige
Wachstumsplanung anzupassen. Die Möglichkeiten sind vielschichtig und können neben einer kompletten Optimierung der Bilanzstruktur unter Einbindung der Ausfinanzierung von Aktiva auch die Einbeziehung von Minderheitsbeteilig-ungen durch externe Dritte umfassen.

Auch hier gilt wie so oft: Eine Standardlösung gibt es nicht. Wichtig ist, die gesamte Klaviatur der Möglichkeiten zu kennen und hieraus eine individuelle und für alle Parteien sinnvolle Lösung zu kreieren. „Überlassen Sie diese strategischen Überlegungen nicht subjektiven Interessen etwaiger Finanzierungspartner, sondern entwickeln Sie rechtzeitig und proaktiv eine eigene, für Sie geeignete Finanzierungsstruktur unter Zuhilfenahme von Experten.

Übernehmerinnen und Übernehmer, die erstmalig ein Unternehmen erwerben, können auf alle Angebote der Gründungsfinanzierung zurückgreifen. Der Erwerb weiterer Unternehmen wird dann wie eine Investition betrachtet; somit stehen auch hier die entsprechenden Unternehmensfinanzierungsangebote bereit. Grundsätzlich gibt es verschiedene Quellen für die Finanzierung einer Nachfolge. Die Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Optionen und für welche Einsatzbereiche sie geeignet sind:

Quelle/Verwendung für Kaufpreis Investitionen Betriebsmittel
Eigenkapital Möglich Möglich Möglich
Schrittweise Leistung an Verkäufer
nachrangiges Verkäuferdarlehen
Möglich Nicht möglich Nicht möglich
Bankfinanzierung Möglich Möglich Möglich
Beteiligungskapital Möglich Möglich Möglich
Förderdarlehen und Zuschüsse abh. vom Programm möglich abh. vom Programm

Die Gewichtung der einzelnen Finanzierungsinstrumente ist dabei von Nachfolge zu Nachfolge unterschiedlich, da sie auf die individuelle Situation zugeschnitten wird.

Förderprogramme
Für Unternehmensnachfolgerinnen und-nachfolger gibt es Förderdarlehen, Beteiligungsfinanzierungen, Bürgschaften und Beratungszuschüsse des Bundes und des jeweiligen Bundeslandes. Einen jeweils vollständigen und aktuellen Überblick über alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union finden Sie in der Förderdatenbank des Bundes (www.foerderdatenbank.de).