Die Durchführung von Energieaudits nach EN 16247-1 wird zur Pflicht! Die Regelung des EDL-G gilt nicht nur für Produktionsunternehmen, sondern betrifft auch Banken, Handel, Tourismus, Handwerk, Krankenhäuser, Versicherungen und alle anderen nicht produzierenden Unternehmen.


Die Steigerung der Energieeffizienz ist die zweite Säule der Energiewende. Der ressourcenschonende Umgang mit Energie leistet damit einen wesentlichen Beitrag nicht nur der nationalen, sondern auch der europäischen Zielvorgaben den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20?% zu reduzieren.

Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, werden Un-
ternehmen jetzt durch das novellierte Energiedienst-leistungsgesetz EDL-G dazu verpflichtet, regelmäßig Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs zu prüfen.

Welche Unternehmen sind betroffen?
Die Pflicht trifft alle Nicht-KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) im Sinne der Definition der EU-Kommission, d.?h.

  • Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern sowie
  • Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, die jedoch einen Jahresumsatz von 50 Mio. € und eine Jahresbilanzsumme von 43 Mio. € überschreiten

Dazu gehören auch Banken, Versicherungen, Handel –
also nicht nur produzierende Unternehmen. Ebenfalls zählen dazu kommunale Unternehmen, an denen Körperschaften des öffentlichen Rechts zu mindestens 25?% beteiligt sind. Bei der Berechnung der Mitarbeiter-, Bilanz- und Umsatzgrenzen müssen auch verbundene und Partnerunternehmen berücksichtigt werden.

Das Gesetz verpflichtet alle Nicht-KMUs bis 05.12.2015 zur Durchführung eines Energieaudits nach EN 16247-1, das folgend alle vier Jahre wiederholt weden muss. Als Alternative zum Energieaudit nach EN 16247-1 wird ebenso die Implementierung eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach ISO 50001 oder die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS anerkannt. Unternehmen, die eine der genannten Maßnahmen umgesetzt haben, werden also (über-)pünktlich zum Nikolaus mit sinkenden Energiekosten oder zumindest mit einem Energieeinsparkonzept belohnt. Für diejenigen, die es nicht rechtzeitig schaffen, drohen Geldstrafen bis zu 50.000 €.

ACHTUNG: Auch KMUs, die einen Spitzenausgleich anstreben, werden seit 2015 verpflichtet, eines der drei unten genannten Verfahren durchzuführen oder ein alternatives System nach Anlage 2 SpaEfV über den gesamten Energieverbrauch testieren zu lassen. Nur mit den entsprechenden Nachweisen wird der Spitzenausgleich gewährt.

Die DREI DURCHFÜHRUNGSVERFAHREN IM VERGLEICH

Energieaudit 16247-1
Bei einer Testierung von Energieaudits nach DIN EN 16247-1 wird der aktuelle Energieeinsatz und Energieverbrauch in Ihrem Unternehmen durch einen registrierten Energieexperten systematisch erfasst. Anhand der detaillierten Analyse der Energieströme werden Verlustmechanismen identifiziert und daraus Maßnahmen zur Energieeinsparung abgeleitet. Mit dem Energiebericht erhält Ihr Unternehmen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Energiemanagement 5001
Während in einem Energieaudit lediglich die aktuelle Ist-Situation analysiert wird, zielt ein Energie-managementsystem auf die nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz ab. Die kontinuierliche Erfassung von Energiedaten bildet die Grundlage für eine ständige Verbesserung nach dem PDCA Prinzip (Plan – Do – Check – Act): Nach dem Umsetzen beginnt wieder die Planungsphase, um Erreichtes erneut zu optimieren und stets weitere Einsparpotenziale zu erschließen.

EMAS
Bei EMAS liegt der Fokus auf der Verbesserung der gesamten Umweltleistung der Organi-
sation, so wird nicht nur der Energieverbrauch, sondern z.?B. auch der Rohstoffverbrauch berücksichtigt. Damit ist EMAS zwar die aufwendigste Alternative, allerdings auch die Variante mit den größten Einsparpotenzialen. Gerade für Betriebe, die bereits über eine Umweltmanagementzertifizierung nach ISO-14001 verfügen, kann meist mit überschaubarem Aufwand eine EMAS-Validierung erreicht werden.

Sie benötigen Unterstützung rund um das Thema Energie und Managementsysteme? Unsere Leistungen für Sie im Überblick:

  • Bestimmung des KMU-Status
  • Beratung zur Auswahl eines Durchführungsverfahrens
  • Energieaudit nach DIN EN 16247-1
  • Energiemanagement nach ISO 50001 (Aufbau / Integration / Auditierung / Begleitung)
  • Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 + EMAS (Aufbau / Integration / Auditierung / Begleitung)